16 Jahre war Viktor Orbán in Ungarn an der Macht. Nun wurde er vom ungarischen Volk abgewählt. Der neue Präsident heißt Peter Magyar.
Allerdings hinterlässt Orbáns autokratische und anti-europäische Politik tiefe Risse. Unter Viktor Orban litt Ungarn an Korruption in der Regierung und Propaganda in den Medien, wie zum Beispiel dem öffentlichen Rundfunk Ungarns. Außerdem war Orbán ein EU-Gegner. Viele Abstimmungen wurden von Ungarn blockiert, beispielsweise ist Orbán gegen eine Aufnahme der Ukraine in die EU, sowie Hilfslieferungen dorthin. Hinzukommt, dass es Gerüchte gibt, dass Orbán während EU-Gipfeln vertrauliche Informationen direkt an Russland weitergegeben habe und der russische Geheimdienst die Wahl in Ungarn manipulieren wollte. Dies brachte allerdings nicht viel, da Peter Magyar, Orbáns Wahlgegner, trotzdem gewann.
Peter Magyar ist, wie Orbán, konservativ orientiert und ein ehemaliges Parteimitglied von Orbáns Partei Fidesz. Da der 45-jährige aber ein Korruptionsgegner ist, verließ er die Partei und übernahm 2024 die Führung der Tisza-Partei, mit der er nun die Wahl gewann.
Bereits vor dem Wahlabend war bekannt, dass 52.3% der ungarischen Bevölkerung nicht mehr mit der Fidesz-Regierung zufrieden waren, so die Washington Post. Am Ende der Wahl mit der höchsten Wahlbeteiligung in Ungarn jemals (77,8% der Wahlberechtigten setzten ihr Kreuz), war klar, dass Magyars Tisza-Partei deutlich gewonnen hatte, was viele Experten vorher noch angezweifelt hatten. Sie sichertensich mit 53,1% der Stimmen 138 von 199 Sitzen im Parlament, während die Fidesz-Partei nur 55 Sitze bekam. Das Parlament tagte zum ersten Mal am 9. Mai 2026, als Magyar vereidigt wurde.
Die Befürchtung, dass Viktor Orbán seine Niederlage nicht akzeptieren würde, bewahrheitete sich nicht. Bereits früh am Wahlabend gestand er seine Niederlage ein. Nun möchte Peter Magyar die Hinterlassenschaft seines Vorgängers rückgängig machen. Seine Siegesrede richtete er indirekt an Viktor Orbán, indem er drohte: „Die Zeit in unserem Land ist vorbei, in der diejenigen, die uns bestohlen haben, einfach so davonkommen. Wir nehmen sie in Verantwortung.“
Quellen:
- https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ungarn-wahl-114.html (Stand: 15.04.2026)
- https://www.zdfheute.de/politik/ausland/ungarn-neue-regierung-orban-magyar-100.html (Stand: 06.05.2026)
- https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-hilfen-ukraine-ungarn-100.html (Stand: 06.05.2026)
- https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-ungarn-informationen-russland-100.html (Stand: 20.05.2026)
