„We need Greenland“

Warum Trump die Insel will

Grönland ist die größte Insel der Welt, ist innenpolitisch autonom, hat also eine eigene Regierung und ein eigenes Parlament, während Dänemark für außenpolitische Angelegenheiten zuständig ist, wie Verteidigung und Wirtschaftliches. Die meisten Parteien des grönländischen Parlaments und die Mehrheit der grönländischen Bevölkerung wünscht sich die völlige Autonomie von Dänemark. Dort kommen die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) ins Spiel. Schon im frühen 19. Jahrhundert hegten die USA bereits großes Interesse an der Insel, die geographisch auf dem nordamerikanischen Kontinent liegt. Auch der US-Präsident Donald Trump zeigte in seiner ersten Amtszeit 2018 Interesse an Grönland. Diese Wünsche wurden allerdings nie Wirklichkeit. Nun, in seiner zweiten Amtszeit, wird Trump konkret. Mit den Worten „We need Greenland“ (deutsch: „Wir brauchen Grönland“) machte er deutlich, wie ernst die Sache ist.  Donald Trump will Grönland um jeden Preis. Am Anfang drohte er sogar mit einer militärischen Invasion, falls Europa nicht kooperiere. Europa ist bisher allerdings gegen eine Übergabe von Grönland. Auf Facebook schrieb Jens-Frederik Nielsen, Grönlands Ministerpräsident: „Grönland gehört den Grönländern und territoriale Integrität muss respektiert werden.“ Laut Nielsen wollen die Grönländer „ihre Zukunft selbst bestimmen”. Doch warum will Trump ausgerechnet Grönland? Dafür gibt es mehrere Gründe: Einerseits wäre es ein gewaltiger Flächenzuwachs für die USA (von 10 Millionen Quadratmeter auf 12 Millionen Quadratmeter). Trump hätte die USA also wortwörtlich „great“ gemacht. Außerdem gäbe es enorme wirtschaftliche Vorteile für Trump. Allein im Meer vor Grönland gibt es mehr Öl unter der Erde als in ganz Katar. Doch nicht nur Öl gibt es in Grönlands Boden, sondern auch zahlreiche seltene Erden und andere Bodenschätze. Als offiziellen Grund nennt Trump allerdings die „nationale Sicherheit.“ Laut dem US-Präsidenten könne diese von Dänemark oder der EU nicht gewährleistet werden. Zudem sagt er, dass Amerika Grönland kontrollieren sollte, bevor es China oder Russland tun, da diese ebenfalls Stützpunkte in der Arktis haben. Als weiteren Grund nennt Trump, dass die Insel jetzt schon ein wichtiger militärischer Stützpunkt der USA sei, da beide Länder ja zur NATO gehören. Falls es zu einer militärischen Invasion käme, würde Paragraph 5 des transatlantischen NATO-Abkommens greifen. Dieser besagt, sollte ein Staat der NATO angegriffen werden, würden alle anderen Länder es wie einen Angriff auf ihr eigenes Territorium sehen und das angegriffene Land beschützen. Dieser Paragraph geht allerdings nur von einer Bedrohung von außen aus. Ein Konflikt innerhalb der NATO ist nicht geregelt. Daher würde dies bedeuten, dass ein Krieg innerhalb der NATO entstehen würde, welcher als Ende des Bündnisses gewertet wird. Als Antwort auf Trumps Drohungen reagierten einige EU-Länder mit einer militärischen Präsenz auf Grönland, unter anderem Deutschland. Daraufhin drohte der US-Präsident diesen Ländernwiederum mit Strafzöllen.  Auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos (Schweiz) machte Trump in einer selbstgefälligen und abwertenden Rede gegenüber Grönland und Europa klar, dass er von Strafzöllen sowie einer militärischen Invasion absehe, sondern verhandeln möchte. Erstmal scheinen sich die Gemüter wieder beruhigt zu haben, aber viele Menschen glauben, dass dieser Konflikt früher oder später wieder aufflammen wird. Für die Grönländer steht auf jeden Fall weiterhin fest: Sie sind keine US-Amerikaner.  Quellen: 

  • https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-12/groenland-jens-frederik-nielsen-us-sondergesandter (Stand: 27.01.2026) https://youtu.be/Q0uFqATnGTM?si=B5B0IL0DRXybtyM_ (Stand: 27.01.2026) https://www.tagesschau.de/ausland/europa/trump-groenland-zoelle-davos-weltwirtschaftsgipfel-eu-100.html (Stand: 18.02.2026) 

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