Am 5. Dezember 2025 kündigte die Bundeswehr an, dass bald jeder Mann über 18 Jahren einen Brief bekommen wird, in dem abgefragt wird, ob er zum Militär will oder nicht. Doch was ist, wenn sich zu wenige zum Dienst an der Waffe melden? Ob eine Wehrpflicht notwendig ist, wird gerade diskutiert. Doch was versteht man überhaupt unter dem Begriff “Wehrpflicht”?
Die Wehrpflicht ist eine gesetzliche Verpflichtung, für einen bestimmten Zeitraum in den Streitkräften des Landes zu dienen. Dies gilt für 18-jährige Männer, aber auch Frauen können den Wehrdienst antreten, was für diese aber nicht verpflichtend ist.
Bis vor kurzen gab es keine aktive Wehrpflicht in Deutschland, doch wird gerade diskutiert, ob eine Reform der Wehrpflicht eingeführt werden soll. Diese besagt, dass man mit 18 Jahren einen Brief bekommt, in dem abgefragt wird, ob man zum Militär will oder nicht und überprüft wird, wie tauglich man ist. Sollten sich zu wenige Leute melden, die zur Bundeswehr wollen, wird abgestimmt, ob ein verpflichtender Wehrdienst mehr Leute zur Bundeswehr bewegt. Wenn es zu wenig Leute für die Wehrpflicht geben sollte, könnte es sein, dass per Zufall entschieden wird, wer eingezogen wird. Dieses sogenannte Wehrdienst-Modernisierungsgesetz wurde am 5. Dezember 2025 vom Deutschen Bundestag verabschiedet und trat am 1. Januar 2026 in Kraft
Damit sich die Leute freiwillig melden, wurde das Bruttogehalt auf voraussichtlich 2.600 Euro angehoben und die Dienstzeit auf sechs Monate verkürzt. Doch es gibt immer noch die Möglichkeit der Kriegsdienstverweigerung, die es schon seit der Einführung des Wehrdienstes gibt. Diese besagt, dass man den Kriegsdienst an der Waffe aus Gewissensgründen verweigern kann und dann zu einem Zivildienst herangezogen wird. Der Zivildienst eine Ersatztätigkeit, die meist in einem sozialen Bereich geleistet wird, wie Altenheimen, Fahrdienst für Menschen mit Behinderung, Arbeit in Krankenhäusern oder ähnliches.
Im Musterungsbrief ist ein QR-Code enthalten, der zu einer Online-Befragung führt. Dort wird z.B. gefragt, wie alt man ist, was für einen Bildungsabschluss man hat, was man für Versicherungen hat und wie man selbst oder die Verwandten erreicht werden kann.
Die Wehrpflicht gab es schon im alten Griechenland, wo alle freien Männer dazu gezwungen wurden für ihre Polis zu kämpfen, falls diese angegriffen wurden. Die erste Armee, die fast ausschließlich aus Leuten der Wehrpflicht bestand, war die Armee der Franzosen während der Französischen Revolution. In Deutschland wurde die Wehrpflicht am 21. Juni 1956 eingeführt.Diese wurde am 1. Juli 2011 vom Deutschen Bundestag als ruhend ausgesetzt, sodass seither keine verpflichtende Einberufung zum Grundwehrdienst mehr erfolgte.
Ziel der Wehrpflich ist es, im Falle eines Angriffes eine gut ausgebildete Armee zu haben. In Europa haben nur noch Griechenland, die Türkei, Österreich, die Schweiz, die skandinavischen Staaten und die Nachfolgestaaten der Sowjetunion eine Wehrpflicht.
Dieses Vorgehen stößt auf viel Kritik, besonders bei Jugendlichen, die nicht wollen, dass die älteren Leute über ihre Zukunft entscheiden, sowie bei Eltern, die ihr Kind nicht dem Staat überlassen wollen. Kritisiert wird auch, dass die Musterung sexistisch sei, da sie nur für Männer verpflichtend und für Frauen freiwillig ist.
Quellen:
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/wehrdienstgesetz-abstimmung-100.html (Stand: 20. Januar 2026)
https://www.sonntagsblatt.de/artikel/debatte/wehrdienst-oder-wehrpflicht-alle-daten-und-fakten-fuer-2026 (Stand: 20. Januar 2026)
https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/231388/1956-das-wehrpflichtgesetz-tritt-in-kraft/ (Stand: 20 Januar 2026)
